23. Februar 2019

Mordsmäßig

– Tief im Keller lauert das Grauen: Schriftstellerisch mordende Männer und Frauen –

In letzter Minute bin ich noch an eine Karte für die ausverkaufte Premieren-Lesung „Mordsmäßig Münchnerisch 2“ gekommen, die gestern im Einstein-Kultur stattfand. Schon der Abstieg in den tiefen Keller und noch mal und noch mal um irgendeine Ecke war vielversprechend gruselig.

Die quicklebendige Moderatorin Barbara Weiß von libro fantastico führte dann jedoch durch einen tollen Abend mit den acht Autoren und Autorinnen.

Ingrid Werner (Hrsg.): Mordsmäßig Münchnerisch 2. 20 Stadtgeheimnisse. Hirschkäfer-Verlag.

Für die von Ingrid Werner im Hirschkäfer-Verlag herausgegeben Anthologie hatten die Beitragenden die Aufgabe bekommen, einen mehr oder weniger unbekannten Ort in München als Aufhänger zu nehmen und eine mörderische Geschichte darum zu stricken.

Ingrid Werner selbst begann den Abend im roten Kleid gleich mit einem Toten auf dem seltsamen Asphaltsee im Arnulfpark, der Rainer Werner Fassbender gewidmet ist. Nicole Neubauer machte mit mysteriösen Einbrechern in der Mariahilfkirche weiter. Raoul Biltgens Harmlos war wohl der verstörendste Auszug des ganzen Abends, mit seinem historischen Bezug auf Kaiser Hadrian und den Jungen Antinoos, den der Kaiser zu sehr mochte. Dicht auf den Fersen in Bezug auf die seelische Verstörung war ihm die liebe Bettina Brömme, deren ekliger Protagonist seine Frau so dick und rund mästet, dass sie nicht mehr aus dem Haus kommt. Oder? Diese Geschichte war die erste, die ich nach der Veranstaltung noch in der U-Bahn zu Ende lesen musste.

Nach einer kurzen Pause – irgendwann machte es mich auch gar nicht mehr soooo panisch, dass wir alle tief unten im Keller hockten – kamen die vier verbliebenen an die Reihe.

Da ich Neubayern mit Begeisterung gelesen habe, hatte ich mich besonders auf Florian Scherzer gefreut. In seiner Erzählung erfindet sich der verlassene Carl ein schönes Leben für die Frau, die ohne ihn nach Amerika ausgewandert ist. Ob sie wohl zurückkommt? Dieses Jahr soll jedenfalls Florian Scherzers zweiter Roman erscheinen, in dem er diese Geschichte ausbaut. Ist vorbestellt.

Lisa Graf-Riemanns Oma Amanda hat ein Geheimnis im Maßmannpark, Ursula Hahnenbergs Oliver ein Problem mit Ringen, die doch immer nur Ärger machen, genauso wie seine Rita.

Ich glaube, jetzt habe ich die Reihenfolge durcheinander gebracht … Egal. Zum krönenden Abschied jedenfalls nahm Manuela Obermeier uns noch mit nach Fröttmaning, wo halt schon mal ein Spaten rumstehen kann, den man dann auch mal … Ich meine, wenn der Preiß anfängt, von Borussia Dortmund zu schwafeln …

Ein mordsmäßig spannender Abend. Ich freue mich schon sehr, die hoffentlich mörderischen Enden der acht (und aller anderen) Kurzgeschichten in diesem Buch nachzulesen!